Wind trübt Weltklasse 10Kampf

Kai Kazmirek, der Zehnkämpfer der LG Rhein-Wied, hat beim Mehrkampf-Meeting in Ratingen erneut bewiesen, welches Talent in ihm steckt. Am Ende des ersten Tages übernachtete er auf Platz eins, der Zweite Tag brachte ihm dann ein Weltklasse-Resultat von 8.350 Punkten, Platz 4 und das Ticket für die U23 EM in Tampere (Finnland). Doch der Wind, der Wind … machte am Ende einige Träume zunichte.
Ilona Kirchesch auf dem Weg zur Medaille (Foto: privat).

Ilona Kirchesch auf dem Weg zur Medaille (Foto: privat).

Rheinland-Rekord im Stabhochsprung für Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied (Foto: A. Weckbecker).

Rheinland-Rekord im Stabhochsprung für Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied (Foto: A. Weckbecker).

Erstmals in Marburg, im vergangenen Jahr, die magischen 8.000 Punkte (8.130) getoppt, hat er seine Leistung auf 8.350 Punkte verbessert und sich für die U23 EM in Finnland vom 14. bis 17 Juli 2013 empfohlen. Doch leider geht die Punktzahl nicht in die Bestenliste ein und wird auch nicht als Rheinland-Rekord gewertet, da der Wind einen Strich durch die Rechnung machte. Im schnellsten 100 Meter Lauf, in dem auch Kai dabei war, wehte ein Rückenwind von 5,4 m/s. Für den Mehrkampf gilt, dass in den drei windrelevanten Disziplinen (Sprint, Weit und Hürden) maximal ein Wind von insgesamt 6,0 m/s gemessen werden darf. Kai kommt auf 6,5 m/s. „Zwar ist die Punktzahl nicht Bestenlisten fähig, aber dennoch für mich eine neue Bestleistung. Lediglich die 100m waren ja zu sehr Wind unterstützt. Für mich war der Zehnkampf einfach nur geil, weil ich endlich das umsetzen konnte, was sich im Training schon angedeutet hatte.“, sagte Kai. 

Neben der möglichen Nominierung für die U23 EM kann sich Kai Kazmirek, über einen Rheinland-Rekord im Stabhochsprung mit 5,10 Metern freuen. Zudem sprang in dieser Disziplin in Ratingen keiner der Athleten so hoch wie er. Hinzu kommt noch eine persönliche Bestleistung im Diskuswurf mit 44,69 Metern und erneuten 7,51 im Weitsprung. „Besonders gefreut haben mich die drei ersten Disziplinen des zweiten Tages, da es für einen Zehnkämpfer immer schwer ist so gut nach dem harten ersten Tag in den Wettkampf zu finden. In Finnland wird es einen harten Kampf um die Medaillen geben, da die Vorleistungen der anderen so stark wie seit Ewigkeiten nicht mehr waren.“, sprudelt es aus dem Weltklasse Mehrkämpfer.

Das Erdgas-Mehrkampf-Meeting von Ratingen bot den Zuschauern ein wahres Mehrkampf-Feuerwerk. Ein Vorstellung der Extra-Klasse boten sowohl die Zehnkämpfer, wie auch die Siebenkämpferinnen, die alle um die letzten Tickets für die Welt-Meisterschaft in Moskau antraten. Die Athleten machten das unmögliche möglich und boten den Zuschauern einen Wettkampf der nicht spannender sein konnte. Allein sechs deutsche Athleten kamen über die magische 8.000-Punkte-Marke hinaus. Das ist Weltklasse.

Leichtathletik.de schrieb so treffend: „Schon erstaunlich, dass 8.396 bzw. 8.350 Punkte wohl nicht für einen Startplatz in Moskau reichen werden.“ Kai's Resümee nach Ratingen: „Zusammenfassend würde ich die zwei Tage als einer den ultimativen Zehnkampf der Deutschen zusammenfassen. Jeder von uns stand unter Druck, da in Götzis keiner, das angestrebte Ergebnis erzielen konnte und dadurch sind viele über ihre Grenzen hinausgewachsen. (was man ja am Ergebnis sieht!)“ Bei den Frauen siegte Julia Mächtig (SC Neubrandenburg) mit 6.430 Punkten, die sich damit an die Spitze der Welt gesetzt hat. Die weiteren Starterinnen für Moskau sind: Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt; 6.317) und Kira Biesenbach (TSV Bayer 04 Leverkusen; 6.185), die sich über eine neue Bestleistung, sowie die Norm für die WM in Moskau vom 10. bis 18. August 2013 freuen können.

Ergebnisse Bilder vom Mehrkampf-Meeting in Ratingen