Roos siegt doppelt, Schmidt läuft EM Norm

Große Hitze, große Konkurrenz, große Erfolge: Diese Trilogie vereinte die süddeutsche Meisterschaft der Aktiven und U18-Jugendlichen auf dem Koblenzer Oberwerth. Bei Temperaturen oberhalb der 30-Grad-Marke an beiden Wettkampftagen wurde die Hitzebeständigkeit der Athleten auf die Probe gestellt. Sie hielten dieser Belastung stand.
U18 EM Norm für Lina Schmidt mit ihren 13,62 Sekunden im 100-Meter-Hürden-Finale in Koblenz (Foto: René Weiss).

U18 EM Norm für Lina Schmidt mit ihren 13,62 Sekunden im 100-Meter-Hürden-Finale in Koblenz (Foto: René Weiss).

Die LG Rhein-Wied stellt seit dem Fast-Heimspiel zwei neue Titelträger und in Jessica Roos eine der erfolgreichsten Teilnehmerinnen. Das Sprint-Ass machte es genauso wie vor einem Jahr in St. Wendel. Sie gewann die 100 Meter und war Teil der Staffel, die ihrer Rolle des Mitfavoriten gerecht wurde. Isabella Sophie Chetik, Maren Schumacher, Roos und Kira Roscher brachten den Stab in DM-A-Norm-Zeit von 45,29 Sekunden einmal um das Oval. In den drei Runden hin zu 100-Meter-Gold steigerte sich Roos Stück für Stück auf hohem Level. 11,64 Sekunden im Vorlauf, 11,55 Sekunden im Zwischenlauf und 11,53 Sekunden im Finale bedeuteten drei Läufe unterhalb der A-Norm für die deutsche Meisterschaft. Ebenfalls bis in den Endlauf stieß Maren Schumacher vor, die dreimal die B-Norm für die deutsche Meisterschaft knackte. Mit 11,86 Sekunden im Finale wurde sie Fünfte. Isabella Sophie Chetik als Hochstarterin aus der U20 lieferte zweimal die Norm für die DM in ihrer Altersklasse ab und verbesserte im Zwischenlauf ihre persönliche Bestleistung auf 11,94 Sekunden. Die gleiche Kombination stand nach der 200-Meter-Entscheidung mit 24,50 Sekunden und Platz elf. Stark auch hier unterwegs Roos als Fünfte (23,87 Sekunden, DM-B-Norm) und Schumacher als Sechste (23,95).

Die ambitionierte Männer-Staffel mit Maximilian Römer, Eric Kreuter, Pascal Kirstges und Julian Würfel wollte es den Frauen nachmachen, wurde nach einem verpatzten Wechsel allerdings qualifiziert. So mussten sich Kirstges mit DM-B-Norm von 10,66 Sekunden als Sechster über 100 Meter, Kreuter mit 200-Meter-Rang acht (21,85) zufrieden geben.
In den großen Staffelfeldern der U18 behaupteten sich auch die Rhein-Wieder auf den vorderen Rängen. Die Jungs mit dem Weitsprung-Sechsten Samuel Plenert Fabing (6,17 Meter), dem Stabhochsprung-Zweiten (4,50 Meter) Noah Seibel, dem Fünften über 400 Meter Hürden (57,94 Sekunden, DM-Norm) Finley Stricker und Schlussläufer Konstantin Retzlaff liefen die viertschnellste Zeit (44,38 Sekunden, DM-Norm) und standen bei der Siegerehrung somit knapp neben dem Podest.

Die schnellen U18-Sprinterinnen bewiesen mit einer ganzen Reihe an Top-Leistungen ihr Talent. Die Liste der Anmerkungen, die sich die Zeiten von Lina Schmidt, Michelle Kopietz und Lotta Meuter verdienten, war lang. Die höchstwertigste Auszeichnung verdiente sich Lina Schmidt mit ihren 13,62 Sekunden im 100-Meter-Hürden-Endlauf. Ein Ergebnis mit besonderer Geschichte. Schmidt und die Fürtherin Munazi Eche lagen bei der Erfüllung der EM-Norm nach Hundertstelsekunden gleichauf. Die Zielbild-Auswertung ergab, dass Eche Gold und Schmidt Silber gewann. Drei Tausendstelsekunden trennten beide voneinander. Ein Wimpernschlag. Insgesamt waren es neben dieser Zeit drei weitere persönliche Bestleistungen für Lotta Meuter (12,38 Sekunden über 100 Meter - DM Norm) und Schmidt. Sie verbesserte sich im Flachsprint auf 11,98 Sekunden und auf der halben Stadionrunde auf 24,67 Sekunden – beide Zeiten stehen zugleich für die DM-Qualifikation. Die 200-Meter-Zeit bescherte ihr die Bronzemedaille. Michelle Kopietz, die Siebte über 100 Meter Hürden (14,53 Sekunden), schaffte die DM-Norm und Lotta Meuter im Weitsprung eine Saisonbestleistung von 5,29 Metern (Platz 7). Als eine der letzten Entscheidungen wurden die 3x800 Meter gelaufen. Hier wurden Annika Kost, Amy Hamel und Laura Köhler mit einer Zeit von 7:34,46 Sekunden Sechste.

An gleicher Stelle erfuhr das „Ab in die Ferien“-Sportfest der LG Rhein-Wied eine große Resonanz. Die Mehrkämpfe des jüngsten Nachwuchses waren besonders gut besetzt. Drei Klassensiege durch Fanni Schrod im Block Sprint/Sprung der W14 mit 2042 Punkten (100 Meter: 14,51 Sekunden; Hochsprung: 1,28 Meter; 80 Meter Hürden: 15,38 Sekunden; Speerwurf: 20,77 Sekunden; Weitsprung: 3,86 Meter), Anton Niggl im M11-Dreikampf mit 875 Punkten (50 Meter: 8,48 Sekunden; Weitsprung: 3,49 Meter; Schlagballwurf: 30,00 Meter) und Karla Bach, die im W11-Dreikampf 1353 Zähler sammelte (50 Meter: 7,85 Sekunden; Weitsprung: 4,08 Meter; Schlagballwurf: 40,50 Meter) gingen an die LG Rhein-Wied. In drei Mannschaftswettbewerben kam ebenfalls Platz eins heraus. Clara Sophie Keller, Fine Schellinger und Maxima Skoda sammelten im U16-Siebenkampf 9375 Punkte. Im U12-Dreikampf ergaben die Leistungen von Anton Niggl, Georg Ackerschott und Benedikt Schulz 2347 Zähler. Karla Bach, Zoe Langhard und Louisa Jungblut bildeten das weibliche U12-Trio, das im Dreikampf mit 3766 Punkten an der Spitze lag. Neben den zahlreichen Mehrkämpfen waren vereinzelte Zeitläufe ausgeschrieben, zum Beispiel über 800 Meter. Hier entschieden Daniela Holst bei den Frauen (2:33,48 Minuten), Laura Köhler in der U20 (2:24,72) und Jonathan Mettler in der U18 (2:25,39) ihre Altersklassen für sich. Darüber hinaus stellte die LG zwei U14-Staffeln über 4x75 Meter. Lennard Paas, Levi Budack, Felix Trapp und Mateo Tavano bildeten in beiden Serien das schnellere Quartett, das in 40,22 beziehungsweise 44,07 Sekunden gewann.

An der Spitze nicht zu bremsen war Moritz Beinlich beim 39. Internationalen Gerolsteiner Stadtlauf. Auf der vermessenen Zehn-Kilometer-Strecke gewann er in 32:29 Minuten und lief dabei über eine Minute Vorsprung heraus.