Beim Deichmeeting waren nicht nur Weltklasse-Mehrkämpfer am Start, sondern im Rahmenprogramm hatten auch zahlreiche Athleten aus der Region die Gelegenheit, in stark besetzten Teilnehmerfelder auf die Jagd nach Normen zu gehen. Die Bedingungen waren vielversprechend. Auf der Bahn nutzte diese zum Beispiel Jessica Roos, die in der ersten Serie der 100-Meter-Läufe die A-Norm für die deutsche Meisterschaft knackte. Mit 11,55 Sekunden war sie genauso die Beste wie in der zweiten Serie mit 11,78 Sekunden. Roos legte nach ihrem großartigen Jahr 2025 jetzt mit ihrem schnellsten Saisoneinstieg überhaupt noch einmal einen drauf und liegt derzeit in der deutschen Jahresbestenliste auf Rang fünf.
Pascal Kirstges war bei den Männern ebenfalls zweimal das Maß der Dinge mit 10,81 und 10,78 Sekunden. Einiges nahmen sich die Staffeln vor, die ihre Erwartungen vollauf erfüllten. Lennert Kolberg, Eric Kreuter, Pascal Kirstges und Julian Würfel (42,05 Sekunden) schafften die B-, Lina Schmidt, Kira Roscher, Jessica Roos und Leonie Kupser (45,86) die A-Norm für die deutsche Meisterschaft. Schmidt war als Startläuferin auch am Erfolg der weiblichen U18 beteiligt.
Auf sie folgten Svea Weber, Lotta Meuter und Dina Pickert, die den Staffelstab nach 49,68 Sekunden über die Ziellinie brachte – auch hier ist das DM-Ticket sicher. Auf Seiten der technischen Disziplinen schrieb die LG Rhein-Wied einen Stabhochsprung-Wettbewerb aus, bei dem Noah Seibel in neue Sphären sprang. Mit persönlicher Bestleistung von 4,63 Metern erreichte er die Norm für die U18- und die U20-DM. Und noch ein weiteres Ziel ist auch nicht aus der Luft gegriffen: Die Mindestanforderung für die Europameisterschaft liegt bei 4,70 Metern. Im bundesweiten Vergleich liegt er aktuell auf Platz 7.
Im Zeichen des Teamgedanken stand an Christi Himmelfahrt auf dem Oberwerth der Qualifikations-Wettkampf für die Jugend-Team-DM. Die LG Rhein-Wied stellte hier ein breites Aufgebot an Talenten. Am Ende des Tages standen vier erste Plätze durch die männliche U20 (13.457 Punkte), die weibliche U20 (12.546 Punkte), die männliche U16 (8501 Punkte) und die weibliche U14 in Gruppe 2 (2593 Punkte). Aber was bedeuten die Punktzahlen? Die männliche U20 schnitt nach Zählern so gut ab wie noch nie zuvor, allerdings ist dieses Resultat in der Gesamtrangliste aller Mannschaften nur für Position neun gut. Das bedeutet, dass man auf (mindestens) einen Rückzieher hoffen muss, um an der DM teilnahmeberechtigt zu sein. Gleichzeitig besteht für andere Teams aber auch noch im verbleibenden Qualifikations-Zeitraum die Chance, die Reihenfolge zu verändern. Für die Rhein-Wieder wäre in Bestbesetzung mehr möglich gewesen. Mehrere Punktegaranten mussten absagen.
Die weibliche U20 dürfte die DM-Teilnahme sicher haben, sie nimmt deutschlandweit aktuell den guten vierten Rang ein. Die männliche U16 hatte unter anderem den Nachteil, dass sie über 800 und 3000 Meter jeweils nur einen Starter aufbieten konnte, was satte Punkte kostete. Die weibliche U16 ist in der Breite sehr gut aufgestellt, alleine fehlt der eine oder andere Ausreißer nach oben. Beim Nachwuchs der jetzigen männlichen U14 darf man auf eine gute Zukunft hoffen. Sie belegte mit Rhein-Wieder-Allzeit-Bestleistung für diese Altersklasse von 6149 Punkten den zweiten Platz hinter dem starken TSV Schott Mainz (6345 Punkte). Und es gibt noch weiteres Potenzial nach oben, da einige Athleten an die U16 abgetreten wurden. Die herausragenden Einzelleistungen stammen aus der U20. Noah Seibel knackte im Stabhochsprung mit 4,50 Metern die U18-DM-Norm.
Auf der Bahn buchten Isabella Chetik (12,28 Sekunden über 100 Meter), Lina Schmidt (12,38 Sekunden über 100 Meter), Lotta Götz (56,83 Sekunden über 400 Meter), die weibliche 4x100-Meter-Staffel in der Besetzung Celina Medinger, Lina Schmidt, Lotta Meuter und Isabella Chetik (47,64 Sekunden) und Celina Medinger über 100 Meter Hürden (14,15 Sekunden) ihr Startrecht an der deutschen U20-Meisterschaft. Schmidt schaffte das als U18-Starterin folgerichtig auch in ihrer Altersklasse, Götz und die Sprintstaffel können auch in der U23 dabei sein. Am Vorabend im Rahmen des Mini Internationalen und im Rahmenprogramm des Qualifikations-Wettkampfs schafften die Rhein-Wieder zwei Klassen-Siege, und zwar durch Nils Clemens über 3000 Meter (11:10,14 Minuten) und Kristin Hammen über 300 Meter Hürden (59,01 Sekunden). Finley Stricker erfüllt über 400 Meter Hürden mit einer Zeit von 57,36 Sekunden die Norm für die U18-DM.
Zu nationalen Titelehren kam Leonie Kupser bei der deutschen Hochschul-Meisterschaft in Duisburg. Über 200 Meter führte sie das Feld mit ihrer Siegerzeit von 24,60 Sekunden souverän an und erfüllte die Norm für die U23 DM. Ein Wimpernschlag fehlte Kupser zu einer zweiten Medaille. Nach Zielfotoauswertung hatte sie im Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz über 100 Meter zwei Tausendstelsekunden Rückstand zu Bronze (12,11 Sekunden). Mit ihrem letzten Versuch beim Sprung- und Diskus-Abendsportfest in Borken übertraf U18-Athletin Aglaia Stieber erstmals in einem Wettkampf mit dem Ein-Kilo-Diskus die 30-Meter-Marke. Ihre neue Bestmarke steht seit diesem Tag bei 30,53 Metern.
Christi Himmelfahrt Wochenende mit hochkarätigen Wettkämpfen
Die weibliche U20 dürfte die DM-Teilnahme sicher haben, sie nimmt deutschlandweit aktuell den guten vierten Rang ein (Foto: privat).

