Jessica Roos läuft an die deutsche Spitze

Dass Jessica Roos in ihrem zweiten Leichtathletik-Frühling so schnell sprinten kann wie nie zuvor in ihrer Laufbahn, hat sie bereits in der Freiluftsaison 2025 bewiesen.
Jessica Roos läuft an die deutsche Spitze (Foto: Gantenberg).

Jessica Roos läuft an die deutsche Spitze (Foto: Gantenberg).

Mit einem Paukenschlag in Luxemburg stieß die noch bis Ende des Monats 31-Jährige aber noch einmal in ganz neue Bereiche vor. Die Sprinterin der LG Rhein-Wied verbesserte über 60 Meter ihre bisherige Bestleistung aus dem Jahr 2019 auf 7,44 Sekunden, mit denen sie hinter Jessica Bianca Wessolly den zweiten Platz belegte. Aber das sollte nur der Vorbote für den 200-Meter-Lauf sein. Roos umrundete die Bahn in persönlicher Hallenbestzeit von 23,66 Sekunden – draußen lief sie nur einmal schneller (23,62 Sekunden in Eindhoven im vergangenen Jahr) – und hinterlässt damit Spuren in den Jahresbestenlisten. Die DLV-Wertung dürfte sich Roos mit derzeit Platz eins genauso einrahmen wie die europäische Jahresbestleistung mit Rang drei. Ja, die Hallensaison 2025/26 ist noch jung, aber der Vergleich zu den Abschlussrankings aus der Vergangenheit zeigt, was diese Zeit wert ist: 2025 wäre Roos in Deutschland am Ende damit Sechste, 2024 Siebte gewesen.

Hinter diesen herausragenden Ergebnissen gab es an den ersten Januar-Wochenenden weitere Top-Platzierungen, Weiten und Zeiten – auch durch den Nachwuchs. Beim SLB-Hallenwettkampf in Saarbrücken verzeichnete die LG Rhein-Wied unter anderem drei Klassensiege durch Samuel Lehnart im Hürdensprint der U20 (9,02 Sekunden) sowie im Hochsprung in Person von Emil Roos (U18, 1,83 Meter) und Maximilian Römer (Männer, 1,87 Meter). Beide dominierten ihre Konkurrenz und gewannen mit 13 beziehungsweise 12 Zentimetern Vorsprung. Auf dem Podest stand bei der Siegerehrung auch Aglaia Stieber als Kugelstoß-Zweite der U18 (9,35 Meter). Normen für die deutschen Hallenmeisterschaften schafften die Rhein-Wieder im Saarland noch nicht.

Für eine Teilnahme daran kommt zumindest in der Staffel Leonie Kupser in Frage, die auch beim Frankfurter WinterCup ihre Form bestätigte, über 60 Meter im Vorlauf persönliche Bestzeit lief (7,65 Sekunden) und die 200 Meter in 25,03 Sekunden gewann. Isabella Chetik (Zweite über 60 Meter der U20, 7,75 Sekunden, DM Norm), Laura Köhler (Dritte über 800 Meter der U20, 2:24,39 Minuten) und Michelle Kopietz (Dritte über 60 Meter Hürden der U18, 9,03 Sekunden) erreichten weitere Top-Platzierungen – Kopietz verbesserte dabei ihren Hausrekord. Ebenfalls neue Bestleistungen brachten Samuel Plenert Fabing (1,76 Meter) und Noah Seibel (1,65) aus dem Hochsprung der U18 mit. Ein kleines LG-Aufgebot meldete für das Indoor-Meeting in Troisdorf. Die besten Resultate gingen an Tiara Zinn mit Platz zwei im Frauen-Weitsprung (4,97 Meter, persönliche Bestleistung) und Rang drei über 60 Meter (8,65 Sekunden) sowie Samuel Plenert Fabing, der den Weitsprung mit 6,12 Metern für sich entschied und im Kugelstoß Rang zwei belegte (11,99 Meter).

Zwei Bestleistungen brachte derweil U20-Talent Amelie Schmitt aus Dortmund mit: Im Hochsprung meisterte sie 1,59 Meter (Platz eins), im Weitsprung 5,15 Meter (Platz vier). Eine der ersten Laufveranstaltungen des Jahres im nördlichen Rheinland-Pfalz war der zweite Durchgang der Laufserie „Rund um den Haugnisberg“ in Ochtendung. Wie schon beim ersten Lauf im Dezember entschied Tim Waldstädt die Vier-Kilometer-Distanz für sich. Mit seiner Siegerzeit von 13:44 Minuten hatte er über eine Minute Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Auf der doppelt so langen Strecke führten gleich zwei Rhein-Wieder das Männer-Feld an. Sebastian Rupprecht (28:02 Minuten) erreichte als Erster vor Denni Neumann (28:50) das Ziel. Bei den Frauen gab es durch Franziska Rennecke einen überlegenen Favoritensieg (30:56). Hinzu kam eine Reihe von Klassensiegen, und zwar durch Marlene Henne (W15) in 20:55 Minuten über vier Kilometer, sowie Lia Smolka (U20, 35:45), Denni Neumann (Männer, 28:50) und Sebastian Rupprecht (M35) auf der langen Distanz.