Sophia, du hast dich in diesem Jahr sowohl über 100 als auch über 200 Meter noch einmal deutlich gesteigert. Woran machst du diese starken Leistungen fest?
Ich denke, man hat im Winter mit meiner persönlichen Bestleistung über 60 Meter in der Halle schon gesehen, dass ich mich weiterentwickelt habe. Ich würde die Beschleunigung ohnehin als eine meiner Stärken sehen, und im Hinblick auf diesen Sommer haben wir im Training schon im Winter für den Topspeed-Bereich hinten heraus viel gemacht. Das Training schlägt einfach gut an. Schon mein erstes Jahr 2024 am Trainingsstandort in Frankfurt hat sich super gut angefühlt. Gerade über die 200 Meter war klar, dass eine persönliche Bestleistung fällig ist. Schon von 2023 auf 2024 habe ich für diese Strecke trainiert, aber aufgrund der engen Taktung mit Olympischen Spielen und Europameisterschaft sowie der damit verbundenen Fokussierung auf die 100 Meter und damit auch die Staffel keine Zeit gehabt, um 200 Meter zu laufen. Dass es jetzt so schnell wurde, damit hat wohl niemand gerechnet. Aber das nehme ich natürlich dankend an.
Du bist in Deutschland die Jahresschnellste über 200 Meter. Geben die Ergebnisse in diesem Jahr so viel Selbstvertrauen, von Titelchancen zu sprechen oder hältst du diesen Gedanken von dir fern?
Ich gehe offen damit um, dass ich am Sonntag Deutsche Meisterin über 200 Meter werden möchte. Natürlich ist das nicht selbstverständlich, weil die Konkurrenz wie immer bockstark ist. Ich schätze die anderen Mädels und ihre Leistungen sehr. Am Ende bringt es einem nichts, wenn man Erste in der Meldeliste ist, aber nur Platz fünf im Endergebnis belegt. Ich gehe auf jeden Fall selbstbewusst an den Start und schiele bisschen auf den Titel, aber ich weiß natürlich auch nicht, wie die anderen Mädels trainiert und sich auf die deutschen Meisterschaft vorbereitet haben. Gina Lückenkemper wird auch über 200 Meter eine sehr ernstzunehmende Konkurrenz sein. Aber ich weiß auch, wie gut ich trainiert habe. Ich war noch nie so gut vorbereitet auf diese Distanz und auch mental so selbstsicher. Deshalb freue ich mich sehr auf die 200 Meter.
Worauf richtest du in Dresden deinen Fokus – auf die 100 oder die 200 Meter?
Der Fokus liegt auf beiden Strecken. In den Nominierungsrichtlinien steht ganz klar drin, dass man bei der DM über 100 Meter an den Start gehen und performen muss, wenn man in Tokio die Staffel laufen will. Und es geht darum, den Olympiakader-Status mit der Staffel zu behalten. Es ist mein Ziel, bei der WM mit der Staffel auf der Bahn zu stehen. Deshalb muss der Fokus auch auf den 100 Metern liegen. Über die 200 Meter habe ich die WM-Norm bereits erreicht, aber ich will mich natürlich in einer sehr guten Verfassung präsentieren und mein WM-Ticket klarmachen.
Die Veranstaltung ist restlos ausverkauft.
Die Leichtathletik-DM 2025 in Dresden live bei ARD & ZDF live
DM 2025 Dresden | Sophia Junk ist gut vorbereitet
Sophia Junk ist gut vorbereitet auf die DM in Dresden (Foto: Gantenberg).

