Viele Erfolge am verlängerten Wochenende

In Duisburg, Friedberg, Götzis, Oordegem, Weinheim, Mainz und Konz waren am verlängerten Wochenende Athleten der LG Rhein-Wied erfolgreich. Sie sammelten Medaillen und Bestleistungen. Dabei wurden auch Normen für die EM in München und diverse Deutsche Meisterschften erfüllt.

Die Heim-Europameisterschaft scheint für Kai Kazmirek kommen zu können. Beim Qualifikationsmeeting in Götzis knackte der WM-Dritte von 2017 die Norm und zeigte sich zum richtigen Zeitpunkt in besserer Verfassung als unlängst in Ratingen (Foto: I. Hensel).

Die Heim-Europameisterschaft scheint für Kai Kazmirek kommen zu können. Beim Qualifikationsmeeting in Götzis knackte der WM-Dritte von 2017 die Norm und zeigte sich zum richtigen Zeitpunkt in besserer Verfassung als unlängst in Ratingen (Foto: I. Hensel).

Mehrkampf-Meeting in Götzis

Die Heim-Europameisterschaft scheint für Kai Kazmirek kommen zu können. Beim Qualifikationsmeeting in Götzis knackte der WM-Dritte von 2017 die Norm und zeigte sich zum richtigen Zeitpunkt in besserer Verfassung als unlängst in Ratingen. „In Ratingen hatte ich auch schon was drauf, aber es war einfach zu unkonstant. Es war die richtige Entscheidung, da den Abbruch zu machen und zu sagen: Wir haben eine einzige Chance, und das ist Götzis. Da war der Druck höher, und ich glaube, man hat hier auch gemerkt, dass ich unbedingt wollte", sagte Kazmirek nach seinem „Arbeits-Zehnkampf", den er mit 8272 Punkten auf dem fünften Platz abschloss. Es war die beste Punktzahl für den 31-Jährigen seit drei Jahren. Zur Norm für die Weltmeisterschaft fehlten dem Rhein-Wieder nur 78 Punkte, es besteht aber noch die realistische Chance, sich über den Weltranglistenplatz zu qualifizieren. Den Speerwurf machte er als Ansatzpunkt aus: „Ich will's nicht aufs Wetter schieben, aber ich hatte wirklich mehr drauf. Fünf Meter mehr, so weit, wie ich letzte Woche geworfen habe, hätten gereicht."

Die Einzelergebnisse:
100 Meter: 10,91 Sekunden; Weitsprung: 7,56 Meter; Kugelstoß: 14,16 Meter; Hochsprung: 2,03 Meter; 400 Meter: 48,28 Sekunden;
110 Meter Hürden: 14,56 Sekunden; Diskuswurf: 43,83 Meter; Stabhochsprung: 5,00 Meter; Speerwurf: 59,86 Meter; 1500 Meter: 4:39,41 Minuten.

Deutsche Hochschulmeisterschaft in Duisburg

Seit wenigen Tagen hat die LG Rhein-Wied eine weitere Deutsche Meisterin in ihren Reihen: Viktoria Müller erwies sich bei der Hochschulmeisterschaft in Duisburg als schnellste deutsche Studentin über 100 Meter Hürden. Müller, die in 13,85 Sekunden für die Hochschule Koblenz zum Titel stürmte, gewann deutlich mit über zwei Zehntelsekunden Vorsprung.

Kurpfalz-Gala in Weinheim

Auch wenn es sich um das 100-Meter-Ergebnis handelte und Malaika Mihambo im Weitsprung Olympia-Gold gewann, ist es ein besonderes Gefühl, direkt hinter einer Olympiasiegerin in der Ergebnisliste aufzutauchen. Das durfte Lena Brunnhübner nach ihrem verdammt schnellen Sprint in Weinheim von sich behaupten. Und nicht nur die Platzierung gefiel der 21-Jährigen, sondern auch die Zeit: Brunnhübner steigerte ihre persönliche Bestzeit auf 11,74 Sekunden und liegt somit nur noch vier Hundertstelsekunden über der A-Norm zur deutschen Meisterschaft. In einer weiteren 100-Meter-Serie der Kurpfalz-Gala zog Jessica Roos ins B-Finale eine und belegte in 12,03 Sekunden hier den dritten Platz. Im Vorlauf hatte sie mit 11,80 Sekunden eine Saisonbestleistung aufgestellt.

Weitere Ergebnisse:
Männer, 100 Meter, 1. Serie: 8. Florian Raadts 10,97 Sekunden. 2. Serie: Roger Gurski 10,68 Sekunden im Vorlauf, verzichtete auf das Finale.
Frauen, Weitsprung: 7. Lena Brunnhübner 5,62 Meter.
Weibliche Jugend U20, Weitsprung: 9. Vivien Ließfeld 5,38 Meter.

Langstaffel-DM in Mainz

Die beiden Rhein-Wieder Staffeln, die sich in Mainz mit den besten Langstaffeln aus ganz Deutschland messen konnten, zeigten gute Leistungen. Eine stolze Leistungssteigerung um rund drei Sekunden gegenüber der Qualifikationszeit erreichte die weibliche U20-Staffel über 4x400 Meter. Marie Böckmann, Irina Fischbach, Miriam Rühle und Sina Ehrhardt verbesserten sich auf 4:04,57 Minuten belegten somit den guten siebten Platz. Auch das Mixed-Quartett überzeugte. Lennart Roos, Carolina Menrath, Irina Fischbach und Hendrik Reinhard kamen als Elfte im Ziel an (3:37,83 Minuten).

Rheinland-Pfalz-Meisterschaft U20/U16 in Konz

U20: Am Samstag noch bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim im Einsatz, vervollständigte Vivien Ließfeld ihr einsatzreiches Wochenende in Konz zwei Medaillen. Neben dem Silberrang über 100 Meter Hürden in 15,79 Sekunden, entwickelte sich die Weitsprung-Konkurrenz zu einem spannenden Krimi, in dem Ließfeld im letzten Durchgang Nervenstärke bewies. Ihre Weite von 5,59 Metern aus dem letzten Versuch bedeuteten nicht nur eine persönliche Bestleistung, sondern spülte sie auch vom dritten auf den ersten Platz nach vorne. Weitere Goldmedaillen in der U20-Altersklasse gingen an Marie Zerwes, die mit dem Stab die in 2,40 Metern Höhe aufgelegte Latte überquerte und Robin Pluymackers. Der Mittelstreckenspezialist setzte sich über 1500 Meter mit fünf Sekunden Vorsprung durch und drückte seine Bestzeit auf 4:10,44 Minuten.

U16: Die erfolgshungrigen 14- und 15-jährigen Nachwuchsathleten der LG Rhein-Wied bestätigten ihre bereits bei so vielen Meetings und der Block-Rheinlandmeisterschaft in Hachenburg gezeigten Leistungen. In Konz gewannen sie 5 Landestitel und 18 Medaillen. Dass sich die kontinuierliche Trainingsarbeit auszahlt und zu permanenten Steigerungen beiträgt, zeigen 14 Hausrekorde, die am Sonntag fielen. Im männlichen Bereich brachte Marc Seibel dank seiner Stabhochsprung-Leistung von 2,20 Metern eine Goldmedaille mit. Dass er auch landesweit zu den besten Sprintern zählt, belegte Maximilian Überhofen. Das M14-Talent musste sich auf der kürzesten Strecke lediglich Julian Gärtner aus Neustadt geschlagen geben. Bei Gegenwind von 1,1 Meter pro Sekunde blieb die Uhr für Überhofen nach 12,75 Sekunden stehen. Zahlen- und leistungsmäßig stark vertreten, bestätigte der weibliche U16-Nachwuchs die in ihn gesetzten Erwartungen. Die dreifache Medaillengewinnerin in der Altersklasse W15 Celina Medinger holte Silber im Hürdensprint über 80 Meter (12,33 Sekunden) und nach persönlicher Bestleistung im Speerwurf (34,67 Meter). Zum „Silber-Hattrick" fehlte ihr nur ein Zentimeter, aber auch mit 9,91 Metern und Rang drei im Kugelstoß konnte sie gut leben.

In sage und schreibe acht von zehn Disziplinen der W14 stand mindestens eine Rhein-Wiederin auf dem Podest. Auffallend ausgeglichen ist dabei die Verteilung auf die drei Teilgebiete der Leichtathletik. Auf der Laufbahn trumpften Lotta Götz als neue Rheinland-Pfalz-Meisterin über 100 Meter (13,33 Sekunden) und die zweitplatzierte auf der 80-Meter-Hürden-Distanz Lisa-Sophie Lemke (12,67 Sekunden) auf. Beide liefen so schnell wie in noch keinem Wettkampf zuvor. Sechs Medaillen gab es in den drei Sprungentscheidungen: Leonie Böckmann sprang mit dem Stab 2,20 Meter hoch (2.), Lisa-Sophie Lemke 4,98 Meter weit (2., persönliche Bestleistung) und Johanna Monschauer brachte das drittbeste Ergebnis in die Grube (4,84 Meter). Mehr als die LG im Hochsprung abräumte, war nicht möglich. Leonie Böckmann (1,49 Meter), Amelie Schmitt und Liv Brocker (beide 1,46 Meter) machten den Dreifachsieg perfekt. Amelie Schmitt beherrscht ihr Handwerk auch in den Wurfdisziplinen. Im Kugelstoß überflügelte sie als einzige die Zehn-Meter-Marke (10,02), und im Diskuswurf verdiente sie sich mit 23,46 Metern ihre zweite Medaille (2.). Die gleiche Ausbeute ging an Eva-Fabienne Stein als neue Speerwurf-Landesmeisterin mit Hausrekord von 34,58 Metern und Kugelstoß-Dritte (9,31 Meter). Leonie Böckmann komplettierte mit Position drei im Speerwurf (28,63 Meter) ihren Medaillensatz. In der separaten Rheinlandwertung drückte die LG Rhein-Wied der Meisterschaft mit elf Gold-, zwölf Silber- und sieben Bronzemedaillen ihren Stempel auf.

Weitere Ergebnisse
Weibliche Jugend U20, 100 Meter: 4. Vivien Ließfeld 13,15 Sekunden; 9. Marie Brocker 13,50.
Weitsprung: 10. Marie Brocker 4,81 Meter; 15. Marie Zerwes 4,48.
M15, 80 Meter Hürden: 6. Marc Seibel 12,40 Sekunden.
Diskuswurf: 4. Marc Seibel 32,80 Meter.
M14, Speerwurf: 6. Marius Nienhaus 22,65 Meter.
Weibliche Jugend U16, 4x100 Meter: 5. Eva-Fabienne Stein/Solveig Schreiber/Lara Auer/Leonie Böckmann 57,78 Sekunden.
W15, 100 Meter: 14. Zoe Michels 14,41 Sekunden.
800 Meter: 5. Charlotte Peerenboom 2:37,83 Minuten.
80 Meter Hürden: 10. Zoe Michels 15,69.
300 Meter Hürden: 5. Celina Medinger 50,35 Sekunden.
Diskuswurf: 6. Zoe Michels 17,24 Meter.
W14, 100 Meter: 4. Lena Eichhorn 13,64 Sekunden; 7. Lisa-Sophie Lemke 13,86; 8. Johanna Karst 13,90..
80 Meter Hürden: 4. Lena Eichhorn 12,92 Sekunden; 5. Lotta Götz 12,95; 7. Amelie Schmitt 13,05; 10. Eva-Fabienne Stein 14,14.
Weitsprung: 5. Lotta Götz 4,69 Meter; 6. Lena Eichhorn 4,61; 8. Amelie Schmitt 4,50; 9. Leonie Böckmann 4,48; 15. Eva-Fabienne Stein 4,18; 16. Solveig Schreiber 4,06; 20. Johanna Karst 3,11.
Kugelstoß: 4. Solveig Schreiber 9,28 Meter; 6. Leonie Böckmann 8,58.
Diskuswurf: 5. Solveig Schreiber 21,63 Meter; 6. Eva-Fabienne Stein 18,65.
Speerwurf: 4. Solveig Schreiber 24,81 Meter; 6. Lara Auer 17,91.

Weitere Meetings
Im belgischen Oordegem stellte sich Lennart Roos in einem stark besetzten internationalen Feld, in dem er seine Leistungen aus der jüngsten Vergangenheit bestätigte. Mit 53,90 Sekunden blieb er ein weiteres Mal unter der Norm für die deutsche U23-Meisterschaft. Eine persönliche Bestleistung lief derweil Hannah Stampfl (U18) beim Puma Nitro Meeting in Mainz. Nach 5:02,95 Minuten erreichte sie das Ziel ihres 1500-Meter-Laufs. Außerhab der Wertung nahm Leon Schwöbel an der Hessischen Polizeimeisterschaft in Friedberg teil und machte dabei einmal mehr deutlich, dass er derzeit in schöner Regelmäßigkeit hohe 18-Meter-Weiten stoßen kann. In Mittelhessen waren es diesmal 18,62 Meter, mit denen er seine Ordnungshüter-Kollegen aus dem Nachbarbundesland um gut sechs Meter distanzierte.