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13.05.19  |  René Weiss

Kazmirek gewinnt Kopf-an-Kopf-Rennen im Regen

Kai Kazmirek hatte sich über 110 Meter Hürden, im Diskuswurf und im Stabhochsprung ein feines Polster aufgebaut, das er in der abschließenden Disziplin des Lotto-Deichmeetings in seinem Neuwieder Wohnzimmer knapp verteidigte.
Zur Siegerehrung kam beim Deichmeeting 2019 in Neuwied die Sonne raus (Foto: privat).

Zur Siegerehrung kam beim Deichmeeting 2019 in Neuwied die Sonne raus (Foto: privat).

21,91 Sekunden für Kazmirek über 200 Meter, 21,20 für Eitel - da blieben 29 Punkte übrig, die Kazmirek zum Sieger der erstklassig besetzten Vierkampf-Veranstaltung im Rhein-Wied-Stadion machten. „Am Ende war ich platt", sagte der WM-Dritte. Nässe und Kälte hatten dem Lokalmatadoren, der sich insgesamt über „gute Leistungen mit Luft nach oben" freute, genauso zugesetzt wie den meisten seinen Konkurrenten. Für die regnerischen Bedingungen konnten sich 14,36 Sekunden im Hürdensprint sehen lassen und waren die beste Zeit aller Athleten. Kazmirek kam wie schon konstant beim kürzlich absolvierten Trainingslager prima aus den Blöcken und verkrampfte erst auf den letzten Meter ein wenig.

Im nassen Diskusring warteten schwierige Bedingungen. Kazmireks bester Versuch landete bei 43,17 Meter, dem U20-Weltrekordler Niklas Kaul konnte auch der rutschige Untergrund nichts anhaben. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit gehen kann", hatte der 21-Jährige eine persönliche Bestleistung von 46,73 Metern nicht erwartet.. Zur eigentlichen Hälfte des Wettkampfes erklärte der Mainzer das Deichmeeting für sich genauso für beendet wie Carolin Schäfer. „Es wäre zwar ein schöner Rahmen gewesen, aber wir haben uns entschieden, in den nächsten beiden Wochen lieber anständig zu trainieren", scheute Kaul das Verletzungsrisiko, das er vor allem im Stabhochsprung befürchtete.

Rechtzeitig zur dritten Disziplin hatten sich die dunklen Wolken jedoch ausgeregt und die Sonne kam sogar zum Vorschein. Kai Kazmirek stieg als Letzter ein und meisterte die 4,80 Meter im ersten Versuch. An den 5,00 Metern versuchte der Mann von der LG Rhein-Wied jedoch erfolglos. Über 200 Meter verschaffte sich der Ulmer Manuel Eitel, der bereits über 110 Meter Hürden mit einem Hausrekord von 14,40 Sekunden aufgewartet hatte, einen klaren Vorsprung. Starke 21,20 Sekunden reichten aber nicht mehr, um Kazmirek von der Spitze zu verdrängen.

Bei den Frauen bestimmte Carolin Schäfer die 100 Meter Hürden mit 13,70 Sekunden und den Speerwurf mit 48,89 Metern. „Ich habe viele positive Eindrücke mitgenommen. Das Speer-Ergebnis stimmt mich positiv", sagte die WM-Zweite von 2017 nach ihrem ersten Wettkampf in langer Hose, um gegen die Witterung anzukämpfen. In Führung liegend stieg die 27-Jährige aus. Auch Caroline Klein, die nach drei Disziplinen die Spitzenposition inne hatte, führte den Wettkampf nicht zu Ende. So „erbte" Mareike Arndt vom TSV Bayer Leverkusen den ersten Platz. Die EM-Teilnehmerin von Berlin gewann mit 3531 Punkten (100 Meter Hürden: 13,90 Sekunden; Speerwurf: 40,77 Meter; Hochsprung: 1,64 Meter; 150 Meter: 17,65 Sekunden) vor Vanessa Grimm, die im Hochsprung gemeinsam mit Caroline Klein (beide 1,73 Meter) die Top-Höhe erreichte.

Bevor die „Könige der Athleten" zwei Wochen vor dem wichtigen Qualifikations-Meeting in Götzis ihre Standortbestimmung absolvierten, kam der Nachwuchs auf seine Kosten. Die U12-Kinder absoliverten einen Dreikampf. Simon Renk (M11, LG Sieg), Johannes Noll (M10, VfL Waldbreitbach), Johanna Monschauer (W11, SSC Koblenz-Karthause) und Eva Stein (W10, VfL Waldbreitbach) hießen die stolzen Sieger.

Auch bei den „Großen" war der Leichtathletik-Verband Rheinland vertreten. Viktoria Müller absolvierte mit der drittbesten Hürdenzeit von 14,03 Sekunden ihren Saisoneinstieg. Maren Wilms kam im Vierkampf auf 2778 Punkte, Lea Lemke von der LG Sieg knackte knapp die 3000er-Marke (3002). Die schnellen Einlagesprints gewannen Jessica Roos (LG Rhein-Wied) in 11,98 und Michael Pees (LG Sieg) in 10,97 Sekunden.

Männer: 1. Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) 3399 Punkte (110 Meter Hürden: 14,36 Sekunden; Diskuswurf: 43,17 Meter; Stabhochsprung: 4,80 Meter; 200 Meter: 21,91 Sekunden; 2. Manuel Eitel (SSV Ulm) 3370 (14,40; 41,33; 4,60; 21,20); 3. Luca Dieckmann (SSV Ulm) 3094 (14,96; 39,55; 4,30; 22,00).

Frauen: 1. Mareike Arndt (TSV Bayer Leverkusen) 3531 Punkte
(100 Meter Hürden: 13,90 Sekunden; Speerwurf: 40,77 Meter; Hochsprung: 1,64 Meter; 150 Meter: 17,65 Sekunden); 2. Vanessa Grimm (Königssteiner LV) 3428 (14,25; 37,70; 1,73; 18,42); 3. Anna Maiwald (TSV Bayer Leverkusen) 3416 (14,25; 40,54; 1,64; 18,11)

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