Internationale Einsätze für Kazmirek und Junk

Mit knapp 12000 Einwohnern leben in der Marktgemeinde Götzis im österreichischen Bundesland Vorarlberg ungefähr genauso viele Menschen wie im Neuwieder Stadtteil Heddesdorf. Einmal im Jahr rückt das beschauliche Fleckchen in den Blickpunkt der internationalen Spitzen-Leichtathletik, wenn die Mehrkampf-Elite dort ihr Stelldichein gibt.

Auch Sophia Junk (1864) befindet sich am Wochenende im internationalen Einsatz (Foto: <a href="https://www.wolfgang-birkenstock.de/" target="_blank">Wolfgang Birkenstock</a>).

Auch Sophia Junk (1864) befindet sich am Wochenende im internationalen Einsatz (Foto: <a href="https://www.wolfgang-birkenstock.de/" target="_blank">Wolfgang Birkenstock</a>).

Am Wochenende ist es wieder soweit, und in diesem Jahr hat das Hypomeeting im Möslestadion einen besonderen Stellenwert. Es ist einer der Qualifikationswettkämpfe für die olympischen Spiele in Tokio. Der Deutsche Leichtathletik-Verband ist mit jeweils fünf Frauen und Männern vertreten, unter anderem absolviert Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied seinen ersten Jahreshöhepunkt. Der 30-Jährige nutzte die Vierkampf-Meetings in Frankfurt und beim Heimspiel in Neuwied als Standortbestimmung.

Jetzt wird es im Hinblick auf Tokio spannend. „Ich will unbedingt bei Olympia dabei sein und daher in Götzis unter den Top-Drei Deutschen abschließen. Alles andere ist zweitrangig.“ Die zwei Wochen zwischen Lotto-Deichmeeting und Götzis nutzten Kazmirek und sein Trainer Holger Klein vor allem zur Regeneration. „Wir haben nicht viel trainiert, aber die Intensität hochgefahren. Um fit an den Start zu gehen, habe ich eher die Füße hochgelegt.“ Das soll sich auch auf den Sprintstrecken bemerkbar machen, mit denen der 30-Jährige beim Heimwettkampf nicht zufrieden war: „In Sachen Schnelligkeit kannst du nicht viel trainieren. Sie kommt mit der Pause.“

Auch Sophia Junk befindet sich am Wochenende im internationalen Einsatz. Nach ihren beiden persönlichen Bestzeiten in Mannheim (100 und 200 Meter) verdiente sich die 22-Jährige ihre erstmalige Nominierung für die Team-Europameisterschaft im polnischen Chorzow. Dass sie in Weinheim einen weiteren Hausrekord nachlegte, bestätigt ihre starke Verfassung. Der DLV wählte für die 4x100-Meter-Staffel aus dem 12 bis 14 Kandidatinnen großen Pool Rebekka Haase, Lisa Mayer, Jennifer Montag, Lisa Nippgen und schließlich Sophia Junk aus.

„Ich habe mit einer Teilnahme an dieser Meisterschaft nicht gerechnet, freue mich aber nun, Teil der Mannschaft zu sein“, sagt Junk. Wer am Samstag kurz nach 19 Uhr zum Einsatz kommt, wird sich vor Ort entscheiden. In der Regel erfolgt die finale Auswahl der Besetzung am Tag vor dem Lauf. „Auch der Ersatz ist bei solch einer Veranstaltung besonders wichtig. Er ist fester Bestandteil der Mannschaft, da er sich jede Sekunde auf Abruf für den Lauf vorbereiten können muss“, schildert die Rhein-Wied-Sprinterin.

Die deutsche Mannschaft landete bei der seit dem Jahr 2009 ausgetragenen Team-EM immer unter den Top-Drei, dreimal trug sie den Sieg davon. Von der Frauenstaffel ist gemessen an der europäischen Bestenliste eine vordere Platzierung zu erwarten und damit einige Punkte für die Gesamtwertung. Das hält auch Sophia Junk für möglich: „Die Staffel ist in dieser Kombination bisher noch nicht gelaufen. Aber durch die guten Ergebnisse im Vorfeld kann man sicherlich eine gute Zeit erwarten. Ich bin mir auch sicher, dass Rebekka über 200 und Lisa über 100 Meter einen sehr guten Job machen werden.“